Schon wieder ein Jahr vergangen…

Schon wieder ist ein ganzes Jahr ohne Sassi vergangen. Ständig muss ich an sie denken, manchmal sind es schöne Erinnerungen, Dinge, die wir gemeinsam erlebt haben, Menschen, die uns verbinden. Sehr oft sind es aber auch traurige und verzweifelte Gedanken: Ich hätte meiner Tochter von Herzen eine aufregende, und glückliche Zukunft gewünscht. Ich hätte weiter meinen Platz in ihrem Leben gehabt und hätte erlebt, wie sie ihr Leben gestaltet hätte. Welches Studium hätte sie gewählt, wäre sie in eine andere Stadt gezogen? Hätte sie jetzt einen Freund und wäre glücklich verliebt? Wieviel Kontakt hätte sie zu ihre Freundinnen gehalten?

Die Weihnachtszeit hat sie immer geliebt, sie hat gerne schon ab Anfang November Weihnachtsmusik gehört und es sich in ihrem Zimmer gemütlich gemacht. Es war immer schön, wie sie das Haus mit Leben gefüllt hat. Sie freute sich so sehr auf ihren Adventskalender… In dieser Weihnachtszeit ist mir wieder bewusst geworden, wie schön wir es alle zusammen hatten: Als die Kinder kleiner waren, habe ich jeden Abend vorgelesen, bis heute backen wir alle sehr gerne Kekse (na ja, Jens vielleicht nicht :-)), es wird immer viel gespielt bei uns und die Probleme. die wir manchmal natürlich auch hatten, waren alle lösbar.

Heiligabend bei Sassi am Baum

Ich bin so froh, dass wir an solchen Tagen nie allein gelassen werden. Wir waren Heiligabend wieder mit vielen Freunden und der Familie am Baum. Wir haben gesungen – sogar mit Gitarrenbegleitung, Kekse gegessen, Glühwein getrunken und einfach Zeit dort miteinander verbracht.

Silvester ist immer besonders schlimm. Auch schon vor Sassis Tod habe ich diesen Tag eher als eine etwas schwermütige Rückschau auf das vergangene Jahr gesehen. Jetzt kann ich noch nicht mal mehr unbeschwert auf das neue Jahr blicken.

Ich gehe regelmäßig zu einer Gruppe „verwaister Eltern“, gerade gestern hatten wir das Thema, dass die Trauer ihre eigenen Regeln aufstellt: manchmal geht es ein wenig vorwärts und dann wieder ganz steil bergab. Man kann sich da kaum gegen wehren, wichtig ist, sich Inseln zu schaffen, auf denen man regenerieren kann. Ich brauche für alles viel länger als vorher, ich lese nach wie vor sehr gerne und kann mich da auch – Gott sei dank – drin verlieren. Am meisten liebe ich meinen Garten, aber das ist jetzt leider die falsche Jahreszeit. Hilfreich sind alle Arten von Ablenkungen: Spaziergänge mit den Hunden, Spiele-Abende, Treffen mit Freunden, sogar die Arbeit!

Ich vermisse sie so sehr.

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