Erinnerungen ❤

Ich sortiere gerade Papiere und Fotos und werde förmlich überrannt von Erinnerungen. Manche Erinnerungen bringen mich zum Lächeln, unter anderem die liebevollen selbstgebastelten Muttertags-Karten, als du noch klein warst, die Geburtstagswunschlisten und selbst gemalten Bilder. Andere Sachen sind schwerer auszuhalten: Ein selbstgemachter Kalender, den du uns zum Abschied geschenkt hast und auf dem steht: „Ich hab euch lieb! Und bald bin ich wieder da!“

Es ist so schön, all diese Erinnerungen, Fotos, kleinen Briefe von dir zu haben und dich wieder nah bei mir/bei uns zu fühlen. Ich habe all die Eintrittskarten, Fährtickets, Campingplatzbuchungen, Skipässe und Souvenirs von unseren gemeinsamen Urlauben aufgehoben, auch Dinge, die unseren gemeinsamen Alltag begleitet haben, wie z.B. die Abiball-Einladung, aber auch die Einladung zu deinem Kindergeburtstag, die du uns geschrieben hast. 

Oft denke ich, dass ich viel zu viel „Krimskrams“ habe, aber gerade bin ich sehr froh, dass ich all unsere Erinnerungen gehortet habe und es nie über mich gebracht habe, sie zu entsorgen. Wegschmeißen werde ich sie sicher nicht, da trenne ich mich lieber von anderen, unpersönlicheren Dingen. Es ist gut, dass ich dich zumindest auf diese Weise ein wenig bei mir habe.

 

Es hört nie auf

Egal, wieviel Zeit vergeht, egal, wie sich die Welt verändert, es hört nie auf:

das schmerzliche Vermissen

die unstillbare Sehnsucht nach dir

das deutliche Gefühl, nicht komplett zu sein

sich betrogen fühlen, um eine gemeinsame Zukunft

nicht zu wissen, was das Leben dir noch alles Tolles hätte bieten können

 

Ich liebe dich so sehr!

Der 26. Geburtstag von Sassi

Lenni ist am Vortag aus Münster angereist. Julia hat noch zig Kuchen gebacken und sonst auch noch sehr viel vorbereitet.

Lenni hat gekocht und auch viel mit in der Küche gestanden. Dann das Auto vollgeladen und ab zur Plesse. Gut, dass wir so ein riesiges Auto haben. Da passt viel rein.

Cameron alias Helen konnte leider diesmal nicht am Abend dabei sein und hat uns daher vorher zu Hause besucht.  Es ist schön die jungen Frauen zu sehen und miterleben zu können, was bei ihnen alles so passiert. Schön, dass ihr da seid.  Ohne euch wäre es viel schwerer für uns.

Ab 16 Uhr sind dann alle langsam eingetrudelt und wir haben Kuchen gegessen, uns toll unterhalten und später dann gegrillt. Um 22 Uhr war diese ungewöhnliche Geburtstagsfeier dann zu Ende. Lief so ein bisschen wie die Jahre vorher auch. Das ist auch gut so.  Vielen lieben Dank ihr tollen Freunde und Freunde von Saskia und vielen Dank an die Familie. Ohne euch geht es nicht, das wird in dieser Zeit sehr deutlich.

Saskia hätte die Feier gefallen. 

 

5 Jahre ohne Sassi

Das Regenwetter passte gut zu unserem Gemütszustand. Mitten in der Woche, unter Coronabedingungen, ging es zu Sassis Baum. Unser Verpflegungswagen hat uns knapp verpasst auf dem Sportplatz aber dann doch endlich gefunden. Vielen Dank liebe Lara für das Catering. Zumindest für den Bringdienst.

So haben wir an der Kirche in Roringen unser Picknick gemacht. Das war wirklich sehr schön dort. Das Wetter ist auch ein wenig besser geworden. Dann ging es weiter durch das Bratental durch den Plessewald, direkt zu Sassis Baum. Der unerschrockene Kern war auch dieses Jahr wieder mit von der Partie. Das ist wirklich ein schönes Gefühl. 

 

Das Video zeigt unseren Weg und ein paar Eindrücke vom Tag.

 

Sassis 25. Geburtstag

Wieder ist alles ganz anders. Wieder ist diese Zeit schwierig. Wieder sind die Gefühle sehr gemischt. Wieder war das Wetter grandios. 

Nachdem wir letztes Jahr nach Saskias Geburtstag im Urlaub waren, genau in dem Gebiet, welches am härtesten betroffen war von Corona, waren dieses Jahr Lenni und Malou in Italien im Urlaub, rechtzeitig zurück zu Sassis Geburtstag.

Leider durften wir dieses Jahr den Spielplatz nicht für die Feier nutzen (Corona). Verstanden haben wir die Problematik allerdings nicht wirklich. Egal, wir haben das Beste daraus gemacht, haben uns auf dem Parkplatz zu einer kleinen Wanderung verabredet und dann gemeinsam an Sassis Baum getroffen. Ich denke Julia hat mit ihren Worten am Baum die Gefühlswelt von uns sehr gut beschrieben. 

Es ist schön zu sehen, wie sich Saskias Freundinnen und Freunde entwickelt haben in den letzten 5 Jahren, es macht es aber auch nicht einfacher, da man genau sieht was nicht da ist und was nicht da sein wird. Julia war 25 Jahre alt, als Saskia geboren wurde. Aber Lenni weiß Bescheid, 4 Enkelkinder sind Pflicht. 

Dies kam für Julia und mich diese Jahr noch dazu, Lenni zieht aus und studiert in Münster Architektur. Empty nest sage ich nur. Ganz allein mit zwei Hunden. Ich bin schon ganz gespannt. Schön, dass Malou gut auf den „Kleinen“ aufpasst. Ich habe die beiden Großen gerade abgeliefert in Münster. 

Aber zurück zu Saskias Geburtstag. Da der Spielplatz gesperrt war, haben wir uns im Spandauer Weg getroffen und haben gemeinsam gegrillt, geredet und haben uns an Saskia erinnert. Wir haben ganz schön lange gefeiert, Saskia hätte ihre Freude gehabt. Gut, dass wir so ein tolles Wetter hatten.

Vielen Dank, dass ihr für uns da seid. 

Auch Baumwanderung genannt

Um 13 Uhr geht es immer los. Wir wandern von uns zu Hause bis zu Sassis Baum an der Plesse.

Wir hatten Glück mit dem Wetter. Als wir aus dem Urlaub zurück gekommen sind, hat es schrecklich geregnet.

Knapp 14 Kilometer ist der Baum an der Plesse von uns entfernt. Damit es nicht langweilig wird, haben wir den Weg diesmal ein bisschen geändert.

Nick war so lieb und hat uns das Essen und auch das Eumel nach Nicklausberg gefahren.

Die Kleine darf noch nicht so viel wandern. Wir waren insgesamt 20 Personen, die mit gewandert ist, habt vielen, lieben Dank für die Unterstützung.

Hier eine kleines Video von Julia über Komoot. Ich habe jetzt erst gesehen, dass ich diesen Beitrag noch überhaupt nicht veröffentlicht habe. Jetzt aber.

Sassis 24. Geburtstag

Diesmal hatten wir mehr Glück mit dem Wetter. Es gab auch keine Ausfälle wie im letzten Jahr.

Aber auch diesmal ist es kein Tag wie jeder andere Tag. Schwer zu beschreiben. Saskia hat ihre Geburtstage geliebt. Das fing schon am Morgen an. Da gab es immer das Geburtstagslied, „Wie schön, dass Du geboren bist“. Es lief alles nach einem bestimmten Ritual ab.

Wahrscheinlich ein Klassiker in vielen Häusern, auch bei uns. Das fehlt schon sehr. Es ist auch der Geburtstag meines Bruders, der vor 25 Jahren gestorben ist, was für eine Ironie des Schicksals.

Aber wir feiern diesen Tag auch wenn das nicht ganz einfach ist, nicht nur für die Familie, auch bestimmt für die Gäste und Saskias Freunde. Nur für die Hunde nicht, die sind wie immer gut drauf und freuen sich. 

Es ist das erste Jahr ohne Benja aber dafür mit einem neuen Familienmitglied, Eumel unser kleiner Labrador Welpe. Ganz in schwarz.

Wir haben gegrillt, uns unterhalten, uns an Saskia erinnert, alles Dinge, die man sonst auch macht an Geburtstagen. Bloß eben ganz anders. 

Diese Jahr haben Julia und ich uns entschieden nach der Feier in den Urlaub zu fahren und kurz vor Saskias Todestag am 6. Oktober zurück zu sein.

Einfach um Abstand zu gewinnen, auf andere Gedanken zu kommen in dieser Zeit. Ein Versuch, wie sich später herausstellte. 

Als es dunkel wurde haben wir noch Lieder an Sassis Baum gesungen und sind dann zu uns gefahren.

Hier noch ein paar Impressionen vom anderen Geburtstag.

 

 

Schon wieder ein Jahr vergangen…

Schon wieder ist ein ganzes Jahr ohne Sassi vergangen. Ständig muss ich an sie denken, manchmal sind es schöne Erinnerungen, Dinge, die wir gemeinsam erlebt haben, Menschen, die uns verbinden. Sehr oft sind es aber auch traurige und verzweifelte Gedanken: Ich hätte meiner Tochter von Herzen eine aufregende, und glückliche Zukunft gewünscht. Ich hätte weiter meinen Platz in ihrem Leben gehabt und hätte erlebt, wie sie ihr Leben gestaltet hätte. Welches Studium hätte sie gewählt, wäre sie in eine andere Stadt gezogen? Hätte sie jetzt einen Freund und wäre glücklich verliebt? Wieviel Kontakt hätte sie zu ihre Freundinnen gehalten?

Die Weihnachtszeit hat sie immer geliebt, sie hat gerne schon ab Anfang November Weihnachtsmusik gehört und es sich in ihrem Zimmer gemütlich gemacht. Es war immer schön, wie sie das Haus mit Leben gefüllt hat. Sie freute sich so sehr auf ihren Adventskalender… In dieser Weihnachtszeit ist mir wieder bewusst geworden, wie schön wir es alle zusammen hatten: Als die Kinder kleiner waren, habe ich jeden Abend vorgelesen, bis heute backen wir alle sehr gerne Kekse (na ja, Jens vielleicht nicht :-)), es wird immer viel gespielt bei uns und die Probleme. die wir manchmal natürlich auch hatten, waren alle lösbar.

Heiligabend bei Sassi am Baum

Ich bin so froh, dass wir an solchen Tagen nie allein gelassen werden. Wir waren Heiligabend wieder mit vielen Freunden und der Familie am Baum. Wir haben gesungen – sogar mit Gitarrenbegleitung, Kekse gegessen, Glühwein getrunken und einfach Zeit dort miteinander verbracht.

Silvester ist immer besonders schlimm. Auch schon vor Sassis Tod habe ich diesen Tag eher als eine etwas schwermütige Rückschau auf das vergangene Jahr gesehen. Jetzt kann ich noch nicht mal mehr unbeschwert auf das neue Jahr blicken.

Ich gehe regelmäßig zu einer Gruppe „verwaister Eltern“, gerade gestern hatten wir das Thema, dass die Trauer ihre eigenen Regeln aufstellt: manchmal geht es ein wenig vorwärts und dann wieder ganz steil bergab. Man kann sich da kaum gegen wehren, wichtig ist, sich Inseln zu schaffen, auf denen man regenerieren kann. Ich brauche für alles viel länger als vorher, ich lese nach wie vor sehr gerne und kann mich da auch – Gott sei dank – drin verlieren. Am meisten liebe ich meinen Garten, aber das ist jetzt leider die falsche Jahreszeit. Hilfreich sind alle Arten von Ablenkungen: Spaziergänge mit den Hunden, Spiele-Abende, Treffen mit Freunden, sogar die Arbeit!

Ich vermisse sie so sehr.

3. Todestag

Jetzt sind wir schon das dritte Mal von uns zu Sassi’s Baum gewandert. Für mich ist es tatsächlich die einzige Möglichkeit, mich an diesem Tag dem Friedwald zu nähern. Ich brauche Zeit, um mich mit den Erinnerungen auseinander zu setzen, die mich besonders an diesem Tag überfluten. Oft habe ich das Gefühl, dass ich den Verlust meiner Tochter unerträglich finde. Insbesondere so einen Tag kann ich dann nur mit Hilfe von Anderen einigermaßen überstehen. Die vielen Kilometer sind gut, um immer wieder mit allen ins Gespräch zu kommen, den Hunden beim Toben zuzugucken und auch zwischendurch für mich alleine zu gehen. Gut ist auch, dass ich die Tage vorher so eingespannt bin in die Vorbereitungen (Picknick und  für abends ein warmes Abendessen für alle).

Diesmal hatten wir Glück mit dem Wetter. Am Samstag schien die Sonne und es war die ganze Zeit warm. Wir sind bei uns in Geismar gestartet, Richtung Bismarckturm.

Die ganze Zeit durch den Wald, einmal mussten wir die Bundesstraße überqueren, ansonsten waren wir meistens für uns. Der Anstieg nach Nikoausberg hoch war ziemlich steil, aber oben angekommen gab es erst mal das Picknick.

Unsere alte Benja ist ziemlich erschöpft.

Die anderen 4 Hunde tun so, als wären sie gerade erst rausgekommen.

Picknick

Dieser Teil der Strecke war für uns neu und ich musste mich auf die Wege konzentrieren und war dadurch etwas abgelenkt. Gut so! Die letzten Kilometer dagegen, können Jens und ich schon fast im Schlaf gehen.

Im Friedwald

Ich bin froh, dass Sassi nicht auf einem Friedhof liegt, sondern im Friedwald. Es ist ein schöner und friedvoller Wald, unser Baum steht etwas versteckt, so dass wir dort immer für uns sein können. Ich hasse es, meine Trauer mit der Öffentlichkeit zu teilen. Außerdem gelingt es mir dort eher, zu verdrängen, dass sie tatsächlich nicht wieder kommt. Auf den Friedhof geht man ja nur aus einem Grund, der Wald bietet da deutlich mehr Möglichkeiten. Albern, aber manchmal hilft es, durch den Tag zu kommen.

Sassi’s Freundin Leonie hat Querflöte gespielt „See you again“ und alle haben Blätter verteilt und Wunderkerzen angezündet. Es war sehr stimmungsvoll und berührend. 

Sassi’s Freundinnen Sophie, Helen und Leonie

Lenni und Malou

Abends haben wir mit allen, die mitgewandert sind und noch einigen Nachzüglern bei uns gesessen und gegessen. Um Mitternacht haben wir Jens zu seinem Geburtstag gratuliert. Was für eine schreckliche Verbindung zweier  bedeutender Tage! 

unser Lieschen

Geburtstagserinnerungen 2018

Hallo Ihr Lieben Freunde, Nachbarn und Familie,

der 13.09. Kein Tag wie jeder andere. Schon die Zeit davor ist schwer genug. Zum dritten Mal feiern wir jetzt schon Sassis Geburtstag auf dem Spielplatz an der Plesseburg, ca. 100 Meter von Sassis Baum entfernt.

Und was soll ich sagen, das Wetter war nicht fair zu uns. Die ganze Woche Sonnenschein und nur der Donnerstag war wirklich kalt und mies. 

Vielleicht war ich mit Julia zu lange in Wales? Nein, da war das Wetter besser.

Es sind wieder viele Freunde gekommen um mit uns diesen Tag zu feiern oder wie nennt man das? Begonnen hat der Nachmittag allerdings mit einem Notarzteinsatz. Meine Mutter war total unterzuckert und hat nichts mehr mitbekommen. Sie hat niemanden mehr erkannt. Vielen Dank Hen und Karin für euren schnellen Einsatz mit Traubenzucker usw. Am Abend konnte ich Marianne aber schon wieder aus dem Krankenhaus abholen und sie konnte mit uns grillen.

Dann sind langsam die Gäste eingetroffen, ganz besonders habe ich mich über Lars Benstem gefreut, der mit seinem kleinen Hund auch da war, danke. Ich habe vorher noch nie von der Hunderasse Broholmer gehört, toller Hund.

Es gab lecker Kaffee und Kuchen, wir haben erzählt, uns an Saskia erinnert und waren zusammen bei ihr am Baum. Auch wenn der Tag sehr emotional und auch schwierig ist, es hilft ungemein.

Abends habe wir dann bei uns gegrillt und gefeiert. Am schönsten fand ich diesmal Julias Weinauswahl. Komplett am Etikett orientiert. Sassi Nero steht auf dem Etikett. Den werden wir uns merken für die nächsten Geburtstage am 13.09.

Und auch so ein Tag geht vorbei. Hier noch ein paar Fotos, die ich an der Plesse geschossen habe.

 

Hier noch die Anzeige aus dem Göttinger Tageblatt vom 13.09.2018

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